Gastnetz im WLAN: Fünf Minuten für ein sichereres Heimnetz

Weißer WLAN-Router mit aufgestellten Antennen auf einem Holzschreibtisch

Neulich war Besuch da, und wie immer kam nach zehn Minuten die Frage nach dem WLAN. Ich habe das Passwort diktiert, Buchstabe für Buchstabe, und mich dabei wieder geärgert. Nicht wegen des Diktierens, sondern weil damit ein fremdes Notebook im selben Netz hängt wie mein Netzwerkspeicher, der Drucker und ein halbes Dutzend smarter Geräte. Dafür gibt es seit Jahren eine Lösung in jedem halbwegs aktuellen Router, und sie ist in fünf Minuten eingerichtet.

Was ein Gastnetz trennt

Ein Gastzugang ist ein zweites WLAN mit eigenem Namen und eigenem Passwort. Geräte darin kommen ins Internet, sehen aber die Geräte im Hauptnetz nicht. Der Netzwerkspeicher taucht in der Dateiübersicht nicht auf, die Weboberfläche des Routers ist nicht erreichbar, und der Drucker bleibt unsichtbar. Meist lässt sich zusätzlich einstellen, dass sich auch die Gastgeräte untereinander nicht sehen.

Das ist kein Misstrauen gegenüber dem Besuch. Es geht um die Geräte, die er mitbringt: ein Notebook, das sich seit Monaten keine Updates geholt hat, oder ein Telefon mit einer App, die mehr im Netz herumschaut als nötig. Im Gastnetz richtet das keinen Schaden an.

Die Einrichtung

Der Weg unterscheidet sich je nach Hersteller nur in den Bezeichnungen. In der Oberfläche der FRITZ!Box findet sich der Punkt unter WLAN und Gastzugang, bei Telekom-Routern heißt er Gastzugang im WLAN-Menü, bei anderen Modellen Guest Network oder Gast-WLAN. Drei Dinge sind dabei wichtig.

Erstens ein eigenes Passwort, das nichts mit dem des Hauptnetzes zu tun hat. Zweitens die Verschlüsselung: WPA2 oder WPA3, niemals ein offener Zugang ohne Passwort. Drittens die Option, die je nach Gerät „Gastgeräte dürfen untereinander kommunizieren“ oder ähnlich heißt und die man abschaltet, sofern niemand ausdrücklich Dateien zwischen zwei mitgebrachten Geräten schieben will.

Praktisch sind zwei Zusatzfunktionen, die viele Router mitbringen: eine Zeitbegrenzung, nach der sich der Gastzugang von selbst abschaltet, und ein QR-Code zum Abscannen. Damit entfällt das Diktieren, und das Passwort darf ruhig lang und unhandlich sein.

Der eigentliche Gewinn kommt später

Der Besuch ist nur der Anlass. Interessanter ist, was man dauerhaft ins Gastnetz verschiebt. Smarte Steckdosen, Lampen, Saugroboter und Kameras brauchen keinen Zugriff auf den Netzwerkspeicher, sondern nur auf das Internet. Genau diese Geräte bekommen aber oft jahrelang keine Aktualisierung mehr. Wer sie ins Gastnetz stellt, begrenzt den Schaden, falls eines davon eine Lücke hat, und das kommt vor: Bei smarten Türschlössern und ähnlicher Technik ist die Update-Versorgung erfahrungsgemäß dünn, und was passiert, wenn der Hersteller die Cloud abschaltet, weiß man vorher auch nicht.

Ein Haken bleibt: Steuerungs-Apps suchen ihre Geräte häufig per Broadcast im lokalen Netz. Steht das Telefon im Hauptnetz und die smarte Steckdose im Gastnetz, findet die Einrichtung nicht statt. Der übliche Weg ist deshalb, neue Geräte im Gastnetz anzumelden und die Steuerung dort ebenfalls einmal durchzuführen, oder das Telefon für die Einrichtung kurz ins Gastnetz zu hängen. Wer es genauer trennen will, kommt an VLANs nicht vorbei, und das ist dann kein Fünf-Minuten-Projekt mehr.

Für den Anfang reicht das Gastnetz. Es kostet nichts, ist überall schon vorhanden, und die einzige Hürde besteht darin, sich einmal in die Router-Oberfläche einzuloggen.

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