Hitze und Technik: So übersteht Elektronik den Sommer

Smartphone in der Sonne

Das Thermometer zeigt 34 Grad, das Smartphone zeigt gar nichts mehr: nur noch ein Warnsymbol und den Hinweis, das Gerät müsse erst abkühlen. Wer das schon erlebt hat, weiß, dass Elektronik und Hochsommer keine Freunde sind. Hitze ist für Akkus, Prozessoren und Festplatten der größte Stressfaktor überhaupt, und die meisten Schäden entstehen nicht spektakulär, sondern schleichend. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kommt die Technik unbeschadet durch die heißen Wochen.

Das Auto ist der schlimmste Ort

Beginnen wir mit dem Klassiker: das Smartphone im geparkten Auto. Hinter der Windschutzscheibe klettern die Temperaturen an Sommertagen locker über 60 Grad, auf dem Armaturenbrett in der Sonne noch deutlich höher. Das ist weit jenseits dessen, was Hersteller als Betriebs- oder auch nur Lagertemperatur freigeben. Der Lithium-Ionen-Akku altert bei solchen Temperaturen drastisch beschleunigt, im Extremfall bläht er sich auf. Also: Das Telefon kommt mit aus dem Auto, immer. Dasselbe gilt für Powerbanks, Dashcams mit Akku und den Bluetooth-Lautsprecher im Kofferraum.

Auch während der Fahrt lauert eine Falle: Navigation am Lüftungsgitter-Halter, pralle Sonne durch die Scheibe, dazu induktives Laden; diese Kombination treibt viele Geräte in die Abschaltung. Abhilfe schafft ein Halter unterhalb der Scheibe im Schatten, kabelgebundenes statt induktivem Laden und notfalls eine Runde Klimaanlagen-Luft direkt aufs Gerät.

Akkus mögen es lauwarm

Für Akkus gilt eine simple Faustregel: Alles zwischen Zimmertemperatur und Frühlingswetter ist gut, alles darüber kostet Lebensdauer. Kritisch wird vor allem die Kombination aus Hitze und Laden, denn Laden erzeugt selbst Wärme. Das Smartphone also im Sommer nicht auf der sonnigen Fensterbank laden, das Notebook nicht auf der Bettdecke, und beim Schnellladen ruhig einmal die langsamere Variante wählen, wenn das Gerät ohnehin schon warm ist. Wer tiefer einsteigen will, findet in unserem Artikel über Akku-Mythen und -Fakten die ausführliche Version; die Kurzfassung lautet: Hitze schadet mehr als fast alles andere.

Notebooks brauchen Luft von unten

Notebooks kämpfen im Sommer an zwei Fronten: wärmere Umgebungsluft und oft zugestellte Lüftungsschlitze. Die Ansaugöffnungen sitzen bei den meisten Geräten im Boden; auf Sofa, Bett oder Schoß saugt das Gerät statt Luft nur Stoff an. Eine harte, ebene Unterlage ist darum die halbe Miete, ein simpler Ständer oder zwei untergelegte Korken heben das Gerät zusätzlich an. Wird der Lüfter trotzdem dauerhaft laut, drosselt das Notebook irgendwann spürbar die Leistung; das Phänomen heißt Thermal Throttling und ist kein Defekt, sondern Selbstschutz.

Oft steckt hinter heißen Sommern mit lautem Lüfter aber ein Problem, das schon im Winter angefangen hat: Staub. Zugesetzte Kühlkörper wirken wie ein Wollpullover für den Prozessor. Wie man Rechner und Notebook davon befreit, haben wir im Frühjahrsputz-Ratgeber Schritt für Schritt gezeigt; der Sommer ist ein guter Anlass, das nachzuholen.

Dauerläufer unterm Dach

Router, NAS und andere Geräte im Dauerbetrieb stehen gern dort, wo es im Sommer am heißesten wird: im Arbeitszimmer unterm Dach, im Schrank, hinter dem Fernseher. Ein Router verkraftet einiges, quittiert Hitzestau aber mit Verbindungsabbrüchen und im Alter mit frühem Tod. Ihm hilft schon freie Aufstellung mit ein paar Zentimetern Abstand rundum, raus aus dem geschlossenen Möbel.

Beim NAS mit seinen Festplatten lohnt der Blick in die Verwaltungsoberfläche: Dort werden die Plattentemperaturen angezeigt, dauerhaft mehr als etwa 50 Grad sind ein Warnsignal. Im Hochsommer im Dachgeschoss kann es sinnvoll sein, das Gerät vorübergehend in einen kühleren Raum umzuziehen oder tagsüber schlafen zu legen; was so eine Box sonst leistet und wie man sie einrichtet, steht in unserem NAS-Einsteiger-Ratgeber. Und noch ein Wort zur Abkühlung: Ein überhitztes Gerät gehört niemals in den Kühlschrank. Der schnelle Temperatursturz lässt Kondenswasser im Inneren entstehen, und das richtet mehr Schaden an als die Hitze selbst. Schatten, Geduld und Luftzug sind die besseren Helfer; damit übersteht die Technik auch den heißesten August.

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