Urlaubsvorbereitung: Das Smartphone reisefertig machen

Smartphone-Nutzung auf Reisen

Koffer gepackt, Pass gefunden, Wohnung abgeschlossen; und das Smartphone? Das wichtigste Reisegerät wird bei der Urlaubsvorbereitung gern vergessen, dabei entscheidet es unterwegs über Navigation, Bezahlen, Tickets und den Kontakt nach Hause. Eine halbe Stunde Vorbereitung am Abend vor der Abreise erspart im Ausland teure Überraschungen und hektisches Gefummel am Flughafen-WLAN. Hier ist die Checkliste, die ich selbst vor jeder Reise durchgehe.

Karten und Sprachen offline verfügbar machen

Der erste Handgriff: Offline-Karten laden, solange noch schnelles WLAN da ist. In Google Maps geht das über das Profilbild und den Punkt „Offlinekarten“; dort zieht man ein Rechteck über die Urlaubsregion, ein paar hundert Megabyte später ist die Navigation auch im Funkloch gesichert. Apple Maps kann das inzwischen ebenfalls, Alternativen wie Organic Maps bieten komplette Länderkarten auf OpenStreetMap-Basis. Wer in ein Land mit fremder Sprache reist, lädt zusätzlich das Offline-Sprachpaket in Google Translate oder Apples Übersetzen-App herunter; die Kamera-Übersetzung von Speisekarten funktioniert dann auch ohne Netz.

Roaming klären, bevor es teuer wird

Innerhalb der EU ist die Sache entspannt: Roam-like-at-home gilt, das heimische Datenvolumen funktioniert einfach weiter. Außerhalb der EU wird es ohne Vorbereitung schnell absurd teuer; die Schweiz, die Türkei oder das Vereinigte Königreich sind beliebte Kostenfallen, weil viele sie gefühlt zur EU zählen. Vor der Reise lohnt der Blick in die Tarifdetails des eigenen Anbieters.

Für Fernreisen ist eine Reise-eSIM inzwischen meist die eleganteste Lösung. Anbieter wie Airalo, Holafly oder Saily verkaufen Datenpakete für einzelne Länder oder ganze Regionen, die Einrichtung dauert per QR-Code wenige Minuten, und die heimische Nummer bleibt parallel aktiv für SMS und Anrufe. Voraussetzung ist ein eSIM-fähiges Gerät; was dahintersteckt und wie der Wechsel abläuft, erklärt unser Artikel über eSIM, ihre Vorteile und Nachteile. Wichtig: Die eSIM schon zu Hause installieren und erst am Zielort aktivieren, nicht erst im Ankunftschaos. Und wer sie installiert hat, sollte einmal kontrollieren, dass Datenroaming auf der heimischen SIM deaktiviert bleibt, sonst bucht sich das Gerät munter am teuren Netz ein.

Backup und Notfall-Infos: die unbequeme Pflicht

Ein Smartphone geht am ehesten dann verloren oder kaputt, wenn es unterwegs ist. Vor der Abreise gehört deshalb ein vollständiges Backup angestoßen: iCloud oder Google One für die Systemsicherung, dazu der Foto-Upload, der wirklich durchgelaufen sein sollte, bevor der Flieger geht. Wie man solche Sicherungen dauerhaft automatisiert, steht in unserem Ratgeber zu automatischen Backups mit Bordmitteln.

Genauso wichtig sind die Notfall-Informationen im Sperrbildschirm. Sowohl iOS als auch Android können Notfallkontakte und medizinische Hinweise anzeigen, ohne dass das Gerät entsperrt wird; eingerichtet ist das in fünf Minuten. Dazu gehört für mich außerdem:

  • „Wo ist?“ beziehungsweise „Mein Gerät finden“ aktivieren und einmal testen
  • Scans von Pass, Buchungen und Impfausweis verschlüsselt in der Cloud ablegen
  • die Sperr-Hotline der eigenen Bank als Kontakt speichern, falls Karte oder Handy wegkommen

Bank-Apps und 2FA: erst testen, dann fliegen

Der klassische Urlaubs-Albtraum sieht so aus: Man will im Hotel etwas buchen, die Bank schickt den Bestätigungscode per SMS, aber die heimische SIM ist deaktiviert oder empfängt im Ausland nichts. Deshalb vor der Abreise prüfen, wie die eigene Bank Zahlungen freigibt. Läuft die Freigabe über eine App wie die pushTAN- oder photoTAN-App, funktioniert sie überall, wo Internet ist; läuft sie über SMS, muss die heimische Nummer erreichbar bleiben, auch mit Reise-eSIM.

Dasselbe gilt für alle Konten mit Zwei-Faktor-Anmeldung. Eine Authenticator-App ist auf Reisen deutlich robuster als SMS-Codes; welche Methode sich für wen eignet, haben wir im Vergleich der 2FA-Methoden aufgeschrieben. Die Wiederherstellungscodes für die wichtigsten Konten gehören zusätzlich ausgedruckt oder im Passwortmanager gesichert; wenn das Handy weg ist, ist sonst auch der zweite Faktor weg. Apple Pay und Google Pay am besten noch zu Hause mit der Reisekreditkarte testen, das kontaktlose Bezahlen ersetzt unterwegs erstaunlich oft den Geldautomaten.

Der letzte Abend

Bleibt die Kür: unnötige Benachrichtigungen stummschalten, die Airline-App samt Bordkarte installieren, Podcasts und Playlists für den Flug herunterladen und eine Powerbank einpacken. Wer mag, richtet noch die Bildschirmzeit-Übersicht ein und nimmt sich vor, sie im Urlaub gelegentlich zu ignorieren. Das Smartphone ist dann reisefertig; der Rest ist Erholung.

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